Die Installation von Datenbank-Sicherungsprogrammen für die eigene Webseite scheitert manchmal an den Beschränkungen des Webhosters. Meist fehlen die Zugriffsrechte zu den MYSQL-Dienstprogrammen am Webserver.
Das kostenlose Programm MySQLDumper von Daniel Schlichtholz & Steffen Kamper hat alle notwendigen Routinen eingebaut und läuft bei mir auch auf eingeschränkten Webservern ohne Probleme. Einmal installiert, funktionieren Sichern und Wiederherstellung der Daten mit wenigen Klicks. Dennoch sind auf Wunsch auch umfangreiche Anpassungen und Einstellungen möglich.
Die Installation von MySQLDumper am eigenen Webserver
Zur Installation lädt man das PHP-Paket von der Downloadseite MySQLDumper, entpackt und installiert es am Webserver in einem neuen Ordner mit frei wählbaren Namen (hier: mysqldumper). Nun diesen Ordner im Webbrowser aufrufen (zum Beispiel: http://meine-webseite.de/mysqldumper). Es erscheint die Installation-Startseite, wo die gewünschte Sprache ausgewählt werden kann. Weiter geht es mit einem Klick auf Installation.
Hier sind nur die Eingaben in den ersten drei Feldern notwendig:
- Datenbank-Hostname localhost oder Server-Name
- Datenbank-Benutzer
- Datenbank-Passwort
Nun auf „zu MySQL verbinden“ klicken und MySQLDumper stellt die Verknüpfungen zur MySQL-Datenbank her.
WICHTIG: Passwort-Schutz für MySQLDumper
Bevor man nun sein erstes Backup der MySQL-Datenbank durchführt, sichert man das Verzeichnis mit der MySQLDumper-Installation durch ein Passwort vor unbefugtem Zugriff. Dies geschieht problemlos in dem vom Webhoster bereitgestellten Einstellungsmenü für den eigenen Webspace. Hier im Beispiel wird dazu der Ordner mysqldumper mit einem Passwortschutz versehen.
FERTIG! Das war es schon. Die Installation von MySQLDumper ist nun abgeschlossen und man kann sein erstes Backup erstellen.
Datenbank-Sicherung (Backup) mit MySQLDumper
Jetzt genügt der Klick im Menüpunkt Backup auf Neues Backup starten zur Sicherung der kompletten Datenbank.
In den Standard-Einstellungen wird dabei eine neue gzip-komprimierte Datei im Ordner mysqldumper / work / backup erstellt.
Wiederherstellung (Restore) der Datenbank
Die Wiederherstellung der Datenbank nun zur Sicherheit gleich testen, bevor man womöglich erst im Notfall feststellen muss, dass die Datenbank doch rettungslos verloren ist. In MySQLDumper findet man im Menüpunkt Wiederherstellung eine Auflistung der gespeicherten Sicherungsdateien. Dort wählt man normalerweise die neueste Version mit einem Klick auf den Button vor dem entsprechenden Dateinamen. Gestartet wird dann die Wiederherstellung der MySQL-Datenbank mit Wiederherstellen im großen Button darüber.
Weitere empfehlenswerte Einstellungen
E-Mail Versand (in Konfiguration – Email)
Um einem totalen Datenverlust vorzubeugen, sichert man die Sicherungsdateien zusätzlich am eigenen PC. Dazu bietet MySQLDumper die bequeme Möglichkeit, die Sicherungsdateien bei jedem Backup an eine Email-Adresse zu senden.
Um Größenbeschränkungen des eigenen Postfachs nicht zu überschreiten, lässt sich die Sicherungsdatei in mehrere kleine Dateipakete aufteilen. Dazu in Konfiguration – Allgemein die Funktion Multipart-Backup aktivieren.
Zur Wiederherstellung lädt man diese Dateien mittel FTP in den Ordner mysqldumper / work / backup und bedient sich dann der Wiederherstellung-Routine von MySQLDumper.
Automatisches Löschen von alten Sicherungsdateien (in Konfiguration – Auto Löschen)
Meist genügt es, nur die letzten Sicherungsdateien aufzubewahren. MySQLDumper kann hier so eingestellt werden, dass ältere Dateien automatisch gelöscht werden. So wird ein Überquellen des Speicherplatzes am Webbserver verhindert.
Allgemeines Verhalten beim Notfall Datenverlust
- Die Wiederherstellung der Datenbank soll im Notfall der letzte Punkt bei der Reparatur einer Webseite sein.
- Ruhe bewahren – Bevor man in der ersten Verzweiflung schnelle Schritte setzt, lieber zuerst eine Viertelstunde ÜBERLEGEN: Meist passieren Datenverluste durch eigene Fehler oder Fehlfunktionen. Daher nachdenken, was man in letzter Zeit geändert hat. In der Hektik zerstört man oft noch mehr, als ursprünglich verloren ging.
- Zuerst die Zusatz-Funktionen der Webseite deaktivieren – Dazu alle Möglichkeiten ausschöpfen, die gefahrlos abgeschaltet werden können. Beispielsweise deaktiviert man bei einer WordPress-Installation alle Plugins und Zusatzfunktionen (functions.php im gewählten Theme). Auch der Wechsel auf ein Standard-Theme kann zur Fehlerbehebung dienen.
- .htaccess Datei am Webserver überprüfen – Fehler in dieser Datei bei Umleitungen können die Anzeige der Webseite verhindern. Bei WordPress-Installationen kann auch ein Umleitungs-Plugin oder die Aktivierung der „Permalinks“ zu Fehlern führen.
- Vor der Wiederherstellung auch den absolut letzten Zustand der Datenbank sichern. – Vielleicht findet man den Fehler erst später an einer anderen Stelle, dann kann eventuell doch wieder die absolut letzte Version eingespielt werden.
- Systematisch vorgehen und alle Schritte aufschreiben. – Ein schriftliches Protokoll hilft, um die Rettungsaktionen zu organisieren.
[...] Das war eigentlich alles selbsterklärend und ich benötigte die praktischerweise von Hans gleich mitverlinkte Anleitung gar [...]